
Gute Ideen gibt es viele. Aber nur wenige schaffen es, an den entscheidenden Stellen zu überzeugen – fachlich, strategisch und mit Blick auf Umsetzbarkeit. Genau das ist URBAN.KI – der deutschen KI-Initiative für Kommunen jetzt gelungen.
Der Strukturstärkungsrat im 5-StandorteProgramm hat URBAN.KI mit drei Sternen bewertet und damit zur Förderung aus dem Investitionsgesetzt Kohleregionen empfohlen. Was auf den ersten Blick wie ein formaler Zwischenschritt wirkt, ist in Wahrheit ein starkes Signal: Das Vorhaben trifft einen Nerv – und zwar genau dort, wo Kommunen aktuell stehen. Gleichzeitig eröffnet die Entscheidung ganz konkret den nächsten Schritt: Das Konsortium kann seinen Projektantrag mit dem Ziel, aus der Initiative ein deutschlandweit tätigen KI-Institut für Kommunen in Gelsenkirchen zu etablieren mit großem Rückenwind weiter ausarbeiten und zur weiteren Förderung vorbereiten.
Die Entscheidung des Strukturstärkungsrats fällt nicht leichtfertig. Projekte werden danach beurteilt, ob sie den Strukturwandel im Ruhrgebiet deutlich voranbringen, Innovation ermöglichen, nachhaltige Effekte entfalten und als Modell für andere Regionen funktionieren können. Dass URBAN.KI hier überzeugt hat, zeigt das große Potenzial und die innovative Strahlkraft des Projektes weit über NRW hinaus.
Koordiniert von der Stadt Gelsenkirchen und gemeinsam getragen von der Westfälischen Hochschule sowie der Universität Duisburg-Essen als weiterem wissenschaftlichen Partner, kann URBAN.KI auf dem gewachsenen Netzwerk der vergangenen zwei Jahre aufbauen. Partner wie das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (dfki), Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS und die PROSOZ Herten GmbH bringen dabei ihre jeweilige Expertise ein und haben gemeinsam Prototypen für neun Anwendungsfälle entwickelt.
In URBAN.KI entstehen schon heute konkrete KI-Anwendungen für die kommunale Praxis entlang zentraler Innovationsfelder wie Stadtplanung, Mobilität, Umwelt und Klima, Verwaltung, Versorgungssysteme sowie Bevölkerungsschutz. Diese Felder werden künftig erweitert um weitere Bereiche im öffentlichen Sektor (wie Gesundheitswirtschaft) für die Entwicklung von Use Cases, die gezielt an realen Herausforderungen in Kommunen ansetzen.
Auch in sicherheitskritischen Bereichen zeigt sich das Potenzial: KI-Anwendungen unterstützen den Bevölkerungsschutz, indem sie beispielsweise die Ausbreitung von Schadstoffen simulieren oder Handlungsempfehlungen für Krisensituationen ableiten.
Charakteristisch für alle Use Cases ist ihr konsequenter Fokus auf Umsetzbarkeit. Die Lösungen entstehen nicht isoliert, sondern basieren auf konkreten Bedarfen der beteiligten Kommunen, werden iterativ weiterentwickelt und direkt in bestehende Abläufe integriert. Ziel ist es, skalierbare, interoperable und Open-Source-basierte Anwendungen zu schaffen, die über einzelne Pilotprojekte hinausgehen und bundesweit nachgenutzt werden können.
Diese Verbindung aus definierten Innovationsfeldern, konkreten Anwendungsfällen und Transferanspruch bildet die Grundlage den Aufbau des neuen KI-Institutes, das Entwicklung, Anwendung und Verbreitung kommunaler KI systematisch zusammenführt.
Gerade in Regionen im Wandel entscheidet sich Zukunftsfähigkeit daran, ob neue Themen aktiv gestaltet werden. Mit URBAN.KI plant Gelsenkirchen ein Institut, an dem ein wachsendes Innovationsökosystem rund um kommunale KI entsteht. Hier kommen Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft zusammen, um Lösungen zu entwickeln, die nicht nur lokal funktionieren, sondern auch bundesweit einsetzbar sind.