KI in Kommunen: Highlights der 4. AEG-Sitzung

Am 14. Januar 2026 fand die vierte Sitzung der Arbeits‑ und Entwicklungsgemeinschaft (AEG) „URBAN.KI“ statt. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, wie kommunale KI-Anwendungen den Übergang von Pilotprojekten in den flächendeckenden Einsatz erfolgreich meistern können

Die Sitzung wurde eröffnet durch Prof. Dr. Andreas Meyer-Falcke, URBAN.KI-Botschafter und CIO des Landes NRW a.D. Er machte deutlich, dass die nachhaltige Einführung von KI in Kommunen nicht nur technologische Innovation, sondern auch strategische Klarheit, organisatorische Skalierbarkeit und eine konsequente Verankerung in Verwaltungsprozessen erfordert. Nur wenn KI als dauerhafte infrastrukturelle Aufgabe verstanden wird, könne sie langfristig Wirkung entfalten.

Im Anschluss wurden in drei kompakten Praxisbeiträgen zentrale Erfolgsfaktoren kommunaler KI-Anwendungen veranschaulicht. Daniel Theis, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Westfälischen Hochschule und Projektmitglied bei URBAN.KI, präsentierte den Use Case „UrbanShieldAI“, eine modulare KI-Sicherheitsplattform, die Kommunen bei der effizienten Erkennung von IT-Sicherheitsrisiken unterstützt. Die Lösung soll die digitale Resilienz stärken, auch wenn personelle und finanzielle Ressourcen begrenzt sind. Theis zeigte auf, wie praxisnah entwickelte KI-Werkzeuge Verwaltungen dabei helfen können, Risiken frühzeitig zu identifizieren und entsprechend zu reagieren, wodurch die Sicherheit kritischer kommunaler Infrastrukturen langfristig verbessert wird.

Im Anschluss stellten Christian Geißler und Anna-Louisa Zwirnmann von der Bundesdruckerei in Berlin mit Assistent.iQ eine souveräne, datenschutzkonforme KI-Lösung vor, die Verwaltungsmitarbeitende bei Recherche-, Analyse- und Dokumentationsaufgaben entlastet. Die Anwendung demonstriert, wie KI in der Verwaltung nicht nur Prozesse effizienter gestalten, sondern gleichzeitig den Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit gerecht werden kann. Sie zeigt, dass eine technologisch fortschrittliche Lösung nur dann erfolgreich ist, wenn sie in bestehende Arbeitsprozesse integriert und auf die Bedürfnisse der Mitarbeitenden zugeschnitten wird.

Dr. Nicolas Apitzsch, Dezernent für Schule, Jugend, Soziales und Sport bei der Stadt Unna, schloss die Reihe der Praxisbeiträge mit dem Hinweis, dass die erfolgreiche Transformation durch KI nur gelingt, wenn technologische Innovation Hand in Hand geht mit der aktiven Einbindung der Mitarbeitenden. Psychologische Sicherheit bildet dabei die Grundlage: Teams müssen Risiken eingehen, Fehler zugeben und Fragen stellen können, ohne Sanktionen zu fürchten. Nur so lässt sich Unsicherheit aushalten, effizient verwalten und gleichzeitig innovativ experimentieren. Innovationen allein reichen nicht aus; die Menschen, die täglich mit den Systemen arbeiten, müssen in den Veränderungsprozess einbezogen werden, um Widerstände zu vermeiden und nachhaltige Wirkung zu erzielen.

Die AEG-Sitzung verdeutlichte erneut, dass der erfolgreiche Einsatz von KI in Kommunen möglich ist, wenn Technologie, Organisation und Mitarbeitende gleichermaßen vorbereitet und aufeinander abgestimmt sind. Die AEG fungiert damit weiterhin als Plattform, auf der Erfahrungen geteilt, Praxislösungen entwickelt und die Potenziale von KI für kommunale Herausforderungen sichtbar gemacht werden.

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Die AEG wird von URBAN.KI veranstaltet, der deutschen KI-Initiative zur Entwicklung praxisnaher KI-Lösungen für die Stadt- und Regionalentwicklung. Als Projekt der Stadt Gelsenkirchen – gefördert durch das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen im Rahmen des Bundesprogramms „Modellprojekte Smart Cities“ – arbeitet URBAN.KI gemeinsam mit der Westfälischen Hochschule in Gelsenkirchen und mit wissenschaftlichen Partnern, wie dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (dfki), Fraunhofer FOKUS, Fraunhofer IAIS und PROSOZ Herten GmbH an anwendungsorientierten Lösungen für Kommunen in Deutschland. Über verschiedene Beteiligungsformate sind die Projekte auch offen für interessierte Kommunen mit ähnlichen Fragestellungen.

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